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Vom Bild zum digitalen Zwilling - neue Objekttypen für die digitale Bibliothek
Zuletzt geändert: 2019-03-08
Abstract
Seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts gewinnt der Aufbau digitaler Bibliotheken immer mehr an Bedeutung. Neben digitalisierten Text, Bild, Ton- und Filmaufnahmen werden 3D-Präsentationen von Objekten stetig wichtiger, Begriffe wie Internet of Things, Industrie 4.0, Augmented Reality, etc sind ohne digitale Sammlungen nicht vorstellbar. Digitale Bibliotheken ändern ihren Charakter von reinen Informationsanbietern zu integrierten Komponenten von wissensbasierten digitalen Ökosystemen und unterstützen aktiv den Wissenschafts- und Forschungsprozess durch Interaktion mit den beteiligten menschlichen Akteuren. Eine digitale Repräsentation eines physikalischen Objektes oder Systems kann als „Digitaler Zwilling“ aufgefasst werden der in real time Interaktionen mit dem realen, physikalischen Objekt während dessen Lebenszeit anbietet. Im technischen Bereich kann dies von der Entwicklung des physikalischen Objektes bis zu dessen Kontrolle im Einsatz reichen, wobei das Digitale Modell auch die Funktionalität seines physikalischen Zwillings darstellen kann und die Synchronisation zwischen den beiden Objekten (digital-physikalisch) beispielsweise über Sensoren erfolgt. Das digitale Objekt beschreibt nun nicht nur das reale, physikalische Objekt sondern unterstützt auch dessen Simulation und Funktionskontrolle. Anhand zweier Anwendungsbeispiele wird der Begriff des digitalen Zwillings näher erläutert. Aus dem Bereich der Medizin wird gezeigt wie ein 3D-Modell als digitaler Zwilling eines Teiles des menschlichen Atemtraktes (Nasenhöhlen) aus CT-Bildern (CT: Computertomographie) unter Einsatz neuronaler Netzwerke erzeugt wird und sein (3D gedruckter) physikalischer Zwilling als Basis für verschiedene Anwendungen (Ausbildung, Operationsvorbereitung, Strömungsanalysen, etc) dient. Ein zweiter Fall zeigt anhand einer Erfindung von Leonardo da Vinci, einem Lastenaufzug mit Schneckengetriebe, wie ein zugehöriges 3D-Modell (digitaler Zwilling) mit einem physikalischen Objekt (Ausstellungsstück eines technischen Museums) synchronisiert werden kann.
PRÄSENTATION:
Vom Bild zum digitalen Zwilling - neue Objekttypen für die digitale Bibliothek. (.pdf)