"Digitale Bibliothek", Zukunft des digitalen Erbes?

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Öffentliche Informationen für die Öffentlichkeit
Christian Erlinger

Zuletzt geändert: 2017-03-16

Abstract


Konzeptuelle Überlegungen für den nachhaltigen Umgang mit Dokumenten der öffentlichen Hand gezeigt am Beispiel eines Open Access Repositorium der österreichischen Raumplanung

 

Öffentliche Stellen produzieren nicht zuletzt auch im Sinne einer gelebten diskursiven Demokratie laufend Dokumente, die in zunehmender Zahl in digitaler Form publiziert und oftmals frei zur Verfügung gestellt werden. Völlig ungeklärt ist sowohl die längerfristige Sicherstellung des Zugriffs als auch eine entsprechende Ausstattung mit Metadaten, auch wenn unter dem Leitgedanken Open Government diesbezüglich Verbesserungen zu erwarten sind. Anhand des Fachgebiets der Raumplanung und Raumordnung in Österreich kann gezeigt werden, von welchen unterschiedlichen öffentlichen Quellen digitale Dokumente (Planungsunterlagen, Konzept- und Strategiepapiere, Entwicklungskonzepte u.v.m.) bereitgestellt werden und welche Ansprüche die NutzerInnenkreis aus Wissenschaft und Praxis daran stellen. Die öffentliche Dokumentenversorgung im Fachbereich der Raumplanung ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie öffentliche Informationen nicht nur für einen engeren InteressentInnenkreis der Disziplin, sondern auch potentiell für jeden Bürger und jede Bürgerin von Nutzen sein kann. 

Die längerfristig gesicherte Bereitstellung und fundierte formale wie inhaltliche Erschließung von Unterlagen der öffentlichen Hand, als wesentlicher Beitrag für eine garantierte Auffindbarkeit, ist ein lohnenswertes Aufgabengebiet für Bibliotheken. Die Verbindung aus Expertise zur Sicherung und Erschließung der Dokumente und dem Kontakt zu den BenutzerInnen ergibt die notwendigen Voraussetzungen, um dabei erfolgreich zu sein. 

Im Studienjahr 2015/2016 erfolgte an der Universitätsbibliothek der TU Wien eine Vorhabensstudie, die sich mit dem Aufbau eines Fachrepositoriums für die österreichische Raumplanung beschäftigte. Im Zuge dieses Projekts wurde ein einfaches und standardisiertes Schema zur Erfassung notwendiger Metadaten samt frei nachnutzbarer Katalogisierungsplattform1 entwickelt, Überlegungen zu fachspezifischen Suchmöglichkeiten (geographische Suche) und die Darstellung rechtlicher Fragestellungen durchgeführt. 

Zur Erfüllung des bereits erwähnten Open Government Gedankens können die Bibliotheken wertvolle Partner sein. Der Aufbau und die Bereitstellung von Repositorien zur Sammlung relevanter öffentlicher Dokumente unter der Prämisse von Open Access ist dabei sicherlich ein entscheidender Aspekt. Neben den damit in Zusammenhang stehenden urheberrechtlichen Herausforderungen kommt bei der Verwendung von Dokumenten der öffentlichen Hand noch der relativ neue Rechtsbereich des Informationsweiterverwendungsrechts zu tragen, der weitgehende Nutzungsmöglichkeiten öffentlicher Informationen erlaubt. 

 

Der Vortrag soll in kompakter Form darlegen, welches Betätigungsfeld für Bibliotheken in der Konzipierung und im Betrieb von Dokumentenservern für Informationen der öffentlichen Hand aktuell noch Brach liegt und wie dabei dem im Bibliotheksbereich vorhandenen und sich weiterentwickelnden Know-how in den Bereichen Metadatenstrukturierung, Repository-Management und Open Access eine bedeutende Rolle zukommt.

PRÄSENTATION:

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Christian Erlinger