Zuletzt geändert: 2022-10-05
Abstract
Der Vortrag will anhand der digitalen Bibliothek von bidok (Behinderung Inklusion Dokumentation) Anspruch und Wirklichkeit einer inklusiven Bibliothek reflektieren, der Barrierefreiheit und Teilhabe zugrunde liegen. Im Fokus stehen Geschichte und Konzept des Informations-, Beratungs- und Wissenstransferprojekt, die Auseinandersetzung mit theoretischen Fragen zur digitalen Barrierefreiheit sowie die Auswertung von Rückmeldungen der bidok-Zielgruppen, v.a. Expert:innen in eigener Sache.
In engem Kontakt zur Community der Inklusionsforscher:innen und unter Einbeziehung der interdisziplinären Disability Studies, berücksichtigt bidok bei der Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen die theoretischen Grundlagen und aktuellen Entwicklungen der Konzepte von unabhängiger Lebensführung (independent living), Barrierefreiheit und Universal Design. Zugleich werden bedeutende Beiträge zu diesen Themen in der Bibliothek Nutzer:innen zur Verfügung gestellt. Nicht weniger wichtig ist ein stetiger Kontakt mit Expert:innen in eigener Sache. Die Interaktion dient als Schlüssel dazu, spezifische Interessen und Bedürfnisse der Zielgruppen gerecht werden zu können. Die Expert:innen in eigener Sache treten in einer dreifachen Rolle auf: als Nutzer:innen, Reviewer:innen und Autor:innen von Texten in der bidok-Bibliothek.
Das Spezifikum der digitalen Bibliothek lässt sich dadurch beschreiben, dass das Informations- und Beratungsprojekt zugleich als Ort des Austausches und der Vernetzung bzw. als Treffpunkt fungiert. Als essenziell erweist sich dies aktuell im Lichte der neueren Entwicklungen von bidok: Neben einer weiterhin bestehenden Volltext-Bibliothek auf der Webseite gestaltet sich auf der Plattform der Visual Library eine neue digitale Bibliothek, die barrierefreie PDF-Dateien nach UA-Standard zur Verfügung stellt. Bei deren Aufbau werden wir mit vielfältigen Fragen, Herausforderungen sowie technischen Hürden konfrontiert. Die Qualität der Barrierefreiheit hängt nicht nur mit technischen und theoretischen Aspekten zusammen, sondern auch mit einer aktiven Teilhabe und Repräsentation der Zielgruppen.
Damit geht es um eine Ko-Konstruktion von Barrierefreiheit und Teilhabe in der neuen digitalen Bibliothek von bidok. In Interaktion mit der Fachcommunity und Expert:innen in eigener Sache werden Zugang zu und Inhalte der Bibliothek weiterentwickelt. Zur Zeit werden Expert:inneninterviews zu den Bedarfen und der Nutzung von bidok mit Vertreter:innen des Blinden- und Sehbehindertenverbands, des Gehörlosen Verbands sowie der Beratungs-Stelle für Menschen mit Lernschwierigkeiten in Tirol erhoben. Die Expert:innen-Gespräche werden genutzt, um der Visual Library ein Universal Design zu geben und die Sammlung um Texte zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu erweitern. Die Ergebnisse des ko-konstruktiven Feedbacks der Zielgruppen werden im Vortrag vorgestellt. Da die Ko-Konstruktion von Barrierefreiheit und Teilhabe laufend technisch und inhaltlich weiterentwickelt wird, erhoffen wir uns durch den Beitrag Inputs, Anregungen und Ideen der Bibliothekswissenschaft.
PRÄSENTATION:
